Ausstattung, Preise und mehr – ein paar Gedanken zu den neuen Surface-Geräten

Am Dienstagabend hat Microsoft neue Surface-Geräte vorgestellt: Surface Pro 6, Surface Laptop 2, Surface Studio 2 und Surface Headphones. Nachdem sich die Nachrichtenlage nun etwas beruhigt hat und der Staub sich legt, lohnt es sich, in Ruhe nochmal über die neuen Geräte nachzudenken. Ich tue das wie immer laut.

USB-C

Beginnen wir mit dem Merkmal, welches am häufigsten diskutiert wird: Surface Studio 2 hat einen USB-C Anschluss erhalten, Surface Pro 6 und Surface Laptop 2 dagegen nicht. Schon bei der Vorstellung der Vorgänger wurde das Fehlen von USB-C kritisiert. Microsoft konterte die Kritik damit, dass dieser Anschluss zu wenig Nutzen bietet und außerdem Verwirrung stiftet, weil er eben nicht universal ist. Man fürchtete beispielsweise, dass schlecht oder gar nicht funktionierende USB-C-Ladegeräte zu Frust führen, der dann auf das Produkt zurück fällt.

Ich habe die Haltung von Microsoft verteidigt, im Grunde tue ich das sogar immer noch, denn an meinem Surface Book 2 habe ich zwar USB-C, ich habe es aber noch nie gebraucht. Ok, immerhin beruhigt es mich, dass ich im Notfall über meine Power Bank „nachtanken“ kann, wenn es denn mal nötig sein sollte.

Trotzdem ist es nicht mehr vermittelbar. Sinnhaftigkeit hin oder her, wir haben Ende 2018 und jedes neue Laptop verfügt über USB-C. Es herrscht sozusagen Gruppenzwang.

Ich habe nur eine Erklärung, warum Microsoft beim Pro 6 und Laptop 2 auf USB-C verzichtet: Kosten. Es mag auf den ersten Blick simpel sein, ein zusätzliches Loch ins Gehäuse zu fräsen oder den in die Jahre gekommenen Mini DisplayPort durch USB-C zu ersetzen, aber eine solche technische Änderung hat dann doch wieder Auswirkungen auf das Gesamtgefüge. Die Pläne für das Gehäuse ändern sich, und auch kleine Änderungen an den „Innereien“ haben Einfluss auf das Gesamt-Layout. So entstehen hohe Entwicklungskosten, die sich vermutlich nicht mehr auszahlen, denn einen Nachfrage-Schub werden die neuen Modelle nicht auslösen.

Aus der Diskussion um USB-C lässt sich schon das Fazit ableiten: Surface Pro 6 und Surface Laptop 2 sind „Überbrückungsmodelle“. Man hat das Notwendigste getan, um die Geräte noch ein paar Monate am Markt lassen zu können, ehe die echten Nachfolger kommen. Von daher ist die Namenswahl wirklich unglücklich, ich hätte einfach die bestehenden Namen beibehalten. Hier hat das Marketing gegen die Vernunft gewonnen.

 

Schwarz

Surface Pro 6 und Surface Laptop 2 sind jetzt auch in Schwarz erhältlich. Ich habe die Geräte leider noch nicht live gesehen, auf den Bildern sieht das allerdings wirklich schick aus, besonders dem Surface Pro 6 steht die Farbe wirklich gut. „Schwarz macht schlank“, sagt man, und so sieht das auf den Bildern auch aus. Ich kann mir vorstellen, dass die Geräte in Schwarz noch ein bisschen kompakter wirken als in grau.

Allerdings mache ich mir insbesondere beim Surface Laptop ein wenig Sorgen. Das Alcantara bei meinem blauen Surface Laptop sieht nach rund einem Jahr immer noch aus wie neu, auf den zweiten Blick erkennt man bei genauem Hinsehen allerdings doch die eine oder andere Abnutzung (für alle „Ha! Ich hab’s doch gewusst!-Rufer“: Solche Abnutzungen hatte ich z.B. in Form von glänzenden Stellen bisher auch bei jedem Gerät aus Metall). Auf schwarzem Untergrund sieht man bekanntlich jeden „Fliegenschiss“, darum kann ich mir leider gut vorstellen, dass man beim schwarzen Surface Laptop nach ein paar Monaten deutliche Spuren sieht. Gleiches gilt natürlich auch für kleine Kratzer im Gehäuse.

Ich musste am Dienstagabend allerdings auch ein wenig über die Fangemeinde auf Twitter schmunzeln. Die schwarze Variante wurde bejubelt und wie eine Innovation gefeiert. Leute, macht euch nicht lächerlich, es ist nur eine Farbe

 

Preis

Es sind aktuell noch nicht alle Konfigurationen von Surface Pro 6 und Surface Laptop 2 bestellbar, demnach liegen auch noch nicht alle Preise vor. Ich habe mal die bis jetzt verfügbaren Konfigurationen und Preise zusammengestellt – in Klammern dahinter seht ihr die Preise, mit denen die Vorgänger an den Start gingen.

Surface Pro 6
i5 / 8 GB / 256 GB: 1.349 € (1.449 €)
i7 / 8 GB / 256 GB: 1.649 € (1.799 €)
i7 / 16 GB / 512 GB: 2.049 € (2.499 €)

Surface Laptop 2
i5 / 8 GB / 256 GB: 1.449 € (1.449 €)
i7 / 8 GB / 256 GB: 1.749 € (1.799 €)
i7 / 16 GB / 512 GB: 2.349 € (2.499 €)

Mit Ausnahme der kleinsten aktuell verfügbaren Konfiguration des Surface Laptop 2 sind die Nachfolger zum Start also alle ein wenig günstiger als die Vorgänger. Der Aufpreis für CPU- und Speicher-Upgrades ist nach wie vor enorm, wenn auch nicht mehr ganz so groß.

Kurios: Bei gleicher Konfiguration ist das Surface Laptop 2 in zwei Konfigurationen etwas teurer als das Pro 6 (nachvollziehbar, beim Pro 6 muss man gedanklich noch das Type Cover hinzurechnen), das aktuelle Topmodell aber ist beim Pro 6 ganz erheblich günstiger und dort liegt der Aufpreis für die Verdoppelung von RAM und SSD-Kapazität sogar im vertretbaren Rahmen.

Die genannten Preise beziehen sich auf die Consumer-Versionen, die ja nun mit Windows 10 Home ausgeliefert werden. Es könnte sein, dass dies die Erklärung für die reduzierten Preise ist, denn Microsoft wird die kommerziellen Varianten mit Windows 10 Pro teurer verkaufen. Leider habe ich noch keine Preise vorliegen, sodass man den Unterschied nicht bewerten kann.

 

Surface Headphone

Die Infos, die ich vorab zum Surface Headphone hatte, ließen vermuten, dass Cortana irgendwie direkt integriert und die US-Exklusivität damit logisch begründet ist. Nach der Enthüllung ist aber nun klar, dass es sich im Grunde „nur“ um ein Premium-Headset mit Standard-Funktionen handelt. Aus diesem Grund bin ich nun auch zuversichtlich, dass die Verfügbarkeit nicht auf die USA beschränkt bleiben wird.

Vermutlich wird es so laufen: Microsoft beobachtet die Verkaufszahlen und die Nachfrage aus anderen Ländern und entscheidet dann über eine Ausweitung der Verfügbarkeit. Zum Start wird das Surface Headphone übrigens auch in UK verfügbar sein, Hardcore-Fans werden also evt. genau wie beim Microsoft Band die Möglichkeit haben, es via Amazon zu importieren. Das mit dem Brexit wird ja noch ein bisschen dauern.

 

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