Das Chromebook-Experiment

Um diesen Artikel korrekt einzuleiten, musste ich erst einmal nachschauen, wie lange es Googles Chrome OS schon gibt. Ich hatte sogar die richtige Jahreszahl im Kopf: 2011 wurde es erstmals vorgestellt. Inzwischen ist es in den USA zu einer festen Größe geworden. Besonders stark sind die Chromebooks im Bildungsbereich, aber auch immer mehr Privatkunden greifen statt Windows zu Chrome OS. In Europa kommt der Trend von Norden: In den skandinavischen Ländern war zuletzt ein starker Zuwachs zu verzeichnen, während Chrome OS im deutschsprachigen Raum nach wie vor quasi nicht existiert.

Ich habe Chrome OS recht früh verfolgt, zunächst äußerst argwöhnisch, dann zumindest mit einer gewissen Neugier. Im März 2013 kaufte ich mir dann mein erstes Chromebook, ein Samsung 303C12 mit 2 GB RAM, 16 GB eMMC-Speicher und einer Exynos-CPU, immerhin aber mit integriertem 3G-Modem.

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich das Teil zum ersten Mal einschaltete, mit der Einrichtung begann und dann schon nach recht kurzer Zeit dachte: Was zur Hölle ist das? Was soll ich damit? Die ersten Eindrücke bestätigten genau meine Vorurteile: Ich hatte mir einen Browser mit Gehäuse gekauft. Das System, wenn man es denn überhaupt so nennen konnte, war schrecklich primitiv, und natürlich war auch die Hardware angesichts des günstigen Preises ganz furchtbar. Ich legte das Teil ganz schnell wieder weg.

Meine Neugier war gestillt und bekam erst wieder neue Impulse, als Google ankündigte, den Play Store auf Chrome OS zu bringen. Wieder kaufte ich irgendeinen billigen Klopper und verlor genau aus diesem Grund wieder recht schnell die Lust. Dieses Mal blieb ich aber am Ball, hielt das System auf dem neuesten Stand, installierte meine Lieblings-Apps aus dem Play Store und veranstaltete immer wieder eine Chrome OS-Session – mal länger, mal kürzer.

Dass ich mit einem Chromebook sehr viel erledigen kann, habe ich recht schnell bemerkt – es blieb aber immer bei diesen kurzen Ausflügen. Und so reifte ein Gedanke: Wenn ich wirklich testen möchte, wie alltagstauglich ein Chromebook ist, dann muss ich eines benutzen. Nicht als Zweitgerät und nicht gelegentlich, sondern so richtig.

Genau das werde ich in den kommenden Wochen tun: Acer hat mir freundlicher- und leihweise ein Chromebook R13 zur Verfügung gestellt, ein schickes 360-Grad-Convertible mit Touch-Funktion. Die Hardware werden wir natürlich auch besprechen, in erster Linie aber geht es darum, die Alltagstauglichkeit von Chrome OS zu ermitteln. Natürlich kann ich das Chromebook nicht ausschließlich verwenden, denn für meine Arbeit hier muss ich zwangsläufig mehrfach täglich auf Windows zurück greifen.

Meine Erwartungshaltung ist hoch: Ich rechne fest damit, dass ich in sechs oder acht Wochen zu der Erkenntnis gelange, dass mir ein Chromebook genügen würde – wenn ich einen anderen Job hätte. Ich habe allerdings keine Angst, derart angefixt zu werden, dass ich hier die Rollos runterlasse, also macht euch mal keine Sorgen. Freut euch mit mir auf eine interessante Abenteuer-Reise, an der ich euch natürlich teilhaben lasse. Ich plane, einmal pro Woche Bericht zu erstatten, wie es mir mit Chrome OS ergeht. Ich glaube, das wird wirklich spannend.

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