Microsoft-Forscher zeigen E-Ink-Display für Smartphones – an einem Lumia 640

Die Forscher von Microsoft Research haben auf der Konferenz UbiComp ein experimentelles Smartphone-Cover mit eingearbeitetem E-Ink-Display gezeigt, das auch dann noch arbeitsfähig ist, wenn der Akku des Smartphones leer ist. Der Prototyp wurde in Verbindung mit einem Lumia 640 vorgeführt.

Wer sich nun die Augen reibt und sich fragt, ob wir die Uhr letzte Nacht versehentlich um ein paar Jahre zurück gedreht haben, der liegt gar nicht so falsch. Das Projekt, welches als Basis für diese Demonstration diente, wurde bereits im Jahr 2015 abgeschlossen. Damals war Windows 10 Mobile noch quicklebendig und das Lumia 640 ein topaktuelles Gerät (Irgendwie fühlt es sich an, als sei es schon mindestens doppelt so lange her).

Motivation für das Experiment war der Wunsch der Nutzer, mehr Inhalte auf dem Smartphone sichtbar zu machen, ohne dafür ein größeres Gerät kaufen zu müssen. Also genau das, was die intensive Arbeit an den faltbaren Geräten auf den Weg gebracht hat.

Die Forscher experimentierten mit verschiedenen Funktionen, die das E-Ink-Display bieten könnte: Eine ToDo-Liste anzeigen, Informationen eines digitalen Assistenten visualisieren, als externe Tastatur oder Menü-Erweiterung fungieren oder ein Ticket anzeigen, auf das man sogar dann noch zugreifen kann, wenn der Akku des Smartphones erschöpft ist.

Man fragt sich natürlich, warum ein solches Konzept genau jetzt ausgegraben wird. Nein, ganz sicher ist das kein Indiz für eine bevorstehende Wiederauferstehung, ein Gedanke lässt sich allerdings nicht unterdrücken: Wenn das vor drei Jahren tatsächlich schon so funktionsfähig war, wie es auf dem Bild oben zu sehen ist, warum in aller Welt wurde das nicht auf den Markt gebracht? Es wäre ein echtes Alleinstellungsmerkmal gewesen. Um die Frage gleich selbst zu beantworten: Vermutlich hätte man ein solches Zubehör nicht zu einem marktfähigen Preis anbieten können.

Trotzdem bleibt die Frage, warum man damit jetzt an die Öffentlichkeit geht (wenn man bei einer vergleichsweise kleinen Konferenz überhaupt von Öffentlichkeit sprechen kann). Eventuell will man ja abklopfen, ob das für Projekte wie Andromeda, an denen man zwar arbeitet, über deren Schicksal aber noch nicht entschieden ist, ein gangbarer Weg ist. Lenovo hat das obige Konzept mit dem Yoga Book C930 ja quasi schon zur Serienreife gebracht, aber noch im „falschen“ Format.

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