Microsoft Store: Neues Umsatzbeteiligungs-Modell lässt auf sich warten

Zur Build 2018 hielt Microsoft im Mai 2018 noch ein besonderes Bonbon bereit: Abseits der technischen Ankündigungen stellte man Entwicklern ein neues Modell zur Umsatzbeteiligung in Aussicht: Bis zu 95 Prozent der Umsätze sollen Entwickler künftig für sich behalten können, wenn sie ihre Apps über den Microsoft Store vertreiben.

Die Ankündigung erfolgte im Mai, einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung nannte Microsoft aber nicht, stattdessen verwendete man einmal mehr die beliebte Formulierung „later this year“. Nun, da 2018 vorbei ist, kann man aber trotz der schwammigen Formulierung ganz objektiv feststellen, dass der Plan nicht eingehalten wurde.

Mir fiel das Thema immer mal wieder ein, und ich wurde auch gelegentlich danach gefragt. Jedes Mal habe ich dann den Original-Blogpost vom Mai aufgerufen, um zu prüfen, ob er noch existiert oder eventuell nachträglich verändert wurde. Er steht aber noch unverändert da, also ist es zunächst fair zu unterstellen, dass der Plan noch immer gilt. Brad Sams hat das Thema nun aufgegriffen und bei Microsoft nachgehakt, auf die Antwort bin ich gespannt.

Aktuell behält Microsoft von den Umsätzen im Store 30 Prozent für sich, 70 Prozent werden an die Entwickler ausgeschüttet. Das neue Modell sieht vor, dass der Entwickler 95 Prozent der Umsätze behalten darf, wenn der Käufer einen „Deep Link“ in den Store nutzt, also beispielsweise von der Webseite des Entwicklers direkt auf den Eintrag im Store geleitet wird. In allen anderen Fällen werden 85 Prozent ausgeschüttet.

Ich hatte das neue Modell in einem Kommentar als überaus fair bezeichnet: Microsoft verdient nur dann richtig mit, wenn es dem Entwickler einen Kunden zuführt, zum Beispiel dadurch, dass man eine App im Store hervor hebt. Erledigt der Entwickler die Promotion selbst, fällt nur eine Servicegebühr für die Zertifizierung und das Hosting an.

Eventuell steht sich Microsoft bei der Umsetzung dieses Plans ein wenig selbst im Weg. Das korrekte Tracking der Zugriffe auf den Store und somit die Entscheidung, welche Umsatzbeteiligung denn nun genau anfällt, könnte technisch schwierig werden. Außerdem gilt das neue Modell nur für Consumer-Apps und nicht für den Business-Bereich, auch da könnte es problematisch sein, die Grenze sauber zu ziehen. Das sind aber natürlich Dinge, die man üblicherweise klärt, bevor man eine solche Ankündigung veröffentlicht.

Leave a Reply