R.I.P. CeBIT: Die Mutter aller IT-Messen ist nicht mehr

Die CeBIT 2018 ging mit einem vollständig neuen Konzept an den Start. Es sollte der Aufbruch in eine neue Ära werden, doch es wurde nun nachträglich betrachtet zu einer Abschiedsfeier. Der Vorstand der Messe AG teilt heute mit: Die CeBIT wird im Jahr 2019 nicht mehr durchgeführt. Die wohl traditionsreichste und immer noch größte IT-Messe der Welt ist damit Geschichte.

In der Hannoverschen Allgemeine wir der Vorstand der Deutsche Messe AG mit den Worten „Die Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität unseres Unternehmens lässt leider keinen anderen Schritt zu. Aus heutiger Perspektive würde eine Cebit 2019 massiv in den Verlustbereich abdriften. Auch in der längerfristigen Perspektive ist eine Besserung nicht zu erwarten.“  CeBIT-Chef Oliver Frese geht zum Jahresende.

Also ein echtes Ende mit Schrecken statt Schrecken ohne Ende. Die Entscheidung ist den Machern sicher nicht leicht gefallen, aus meiner Sicht aber ist sie vollkommen richtig.

Schon vor fünf Jahren schrieb ich in einem Kommentar, dass die Messe sich selbst überlebt hat. Es war ein reiner Branchentreff geworden, den man zusätzlich mit Consumer-Publikum füllte, damit es größer aussieht. Ich plädierte dafür, den ganzen „Zirkus“ zu streichen und sich auf das Wesentliche zu beschränken. Als hätte ich es geahnt, wurde nur wenige Monate später genau das beschlossen. So wirklich geändert hat sich allerdings nichts, und in diesem Jahr versuchte man den Trend wieder umzudrehen – die CeBIT sollte wieder eine große Party werden.

Aber dieser Zug war längst abgefahren. Die Consumer-Musik spielt inzwischen auf der IFA in Berlin, und in der vernetzten und immer schnelllebigeren Welt des IT-Business ist ein solches Event schlicht überflüssig. Die Zeiten, in denen man seine Produkt-Zeitpläne an den großen Messen ausgerichtet hat, sind lange vorbei.

Die CeBIT so abrupt einzustellen, hat für mich tatsächlich auch noch etwas mit Respekt zu tun. Jetzt tut es wenigstens noch ein bisschen weh. Der Gedanke, dass es keine CeBIT mehr gibt, ist irgendwie surreal. Aber das ist besser so, als wenn es eines Tages kaum noch jemand gemerkt hätte.

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