Team-Talk: Surface Go or NoGo?

Das Hoch Helmut beschert uns aktuell einen ziemlich warmen Sommer, doch auch Microsoft trägt dazu bei, dass der August heiß wird. Das Surface Go ist im Anmarsch – seit Ende letzter Woche in den USA im Handel, kommt es auch bald zu uns. Stichtag ist der 28. August 2018. Ein super Thema für den neuen Team-Talk, findet ihr nicht auch? Genau aus diesem Grund habe ich mich im Team umgehört und die Meinungen zum neuen Surface gesammelt. Tatkräftige Unterstützung und viele Meinungen habe ich diesmal von Alex, Claus, Dirk, Martin und Peter aka Don Smeagle erhalten.

Microsoft scheint, zumindest bei Teilen des Teams, einen Nerv getroffen zu haben – und das trotz einiger Kritikpunkte. Das Surface Go wird als ultramobiler Begleiter für das mobile Office und den Bildungssektor beworben und genau das kommt besonders bei Martin gut an:
„Das Surface Go lässt sich sehr viel besser „mal eben“ einstecken, zudem ist es ja auch deutlich leichter (ca. 250 Gramm). Das Surface Go ist genau das ultramobile Arbeitsgerät, welches das Surface Pro eigentlich hätte für mich werden sollen. Das war mir dann aber dann oft einfach zu groß, darum werde ich das Pro gegen das Go eintauschen“

Er wird das Surface Pro also durch das Surface Go ersetzen, denn:
„Das Surface Pro war und ist für mich kein Laptop-Ersatz, sondern immer nur ein „Notnagel“. Ich weiß, das klingt bei einem Gerät dieser Preisklasse ziemlich dekadent. Tatsächlich hatte ich das Pro aber immer nur dabei, wenn ich eigentlich nicht geplant hatte, unterwegs zu arbeiten, aber zumindest vorbereitet sein wollte, falls es nötig ist. Ansonsten habe ich immer das Surface Book im Gepäck. Mit seinen knapp 12 Zoll ist das Surface Pro aber schon beinahe zu groß, um es mal eben einzustecken. Ich habe mir die Maße des Surface Go auf das Pro aufgemalt, um ein Gefühl für dessen Größe zu bekommen, und spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich überzeugt“

Alex ist da ähnlicher Meinung – für ihn ist das Surface Go die langerwartete Ablösung für sein altes Surface Pro:
„Aktuell habe ich noch immer ein Surface Pro der ersten Generation. Ein richtiger Brecher mit mangelhafter Akkulaufzeit, aber es funktioniert tatsächlich noch. Sowohl in der Uni, als auch bei Lehrgängen und Meetings bei der Arbeit lieferte es mir immer genau das, was ich brauchte. Ein Arbeitsgerät mit Stifteingabe auf das ich mich verlassen konnte. […] Jetzt kommt das Surface Go mit eben genau diesen 10 Zoll auf den Markt und ich denke wieder darüber nach, ob ich mein altes Surface Pro dann doch mal ablösen sollte.“

Auch ich sehe hier den großen Vorteil. Gerade unterwegs spielt das Surface Go seine Stärken aus. Als mobiles Office passt das Gerät mit seinen Abmessungen gut in die Tasche und dank Windows 10 ist man dennoch nicht eingeschränkt in der Arbeitsweise mit Office und Co.

Bedenken gibt es beim Surface Go in Bezug auf die Leistung. Der verbaute Prozessor aus der Intel Pentium Gold Reihe könnte zum Bottleneck werden. In der kleinsten Ausstattung stehen zudem nur 64 GB Speicher zur Verfügung. Das stört Alex jedoch nicht so sehr:
„Ein Pentium Gold ist zwar nicht DAS Arbeitstier schlechthin, aber ich denke für das, was ich damit tue (eben hauptsächlich Browsen, OneNote und YouTube), ist der Prozessor vollkommen ausreichend.“

Dirk hingegen sieht das etwas anders und bemängelt genau diesen Punkt beim Surface Go:
„Für 449 € in der schmalsten Ausstattung erhält man Low-Spec im Premium-Design, mit dem man nur bedingt arbeiten kann. Die kleinste CPU gepaart mit mageren 64 GB Speicher reichen, um die Office-Suite zu stemmen, Mails zu versenden und auch das eine oder andere Bild zu bearbeiten.“

Gerade die Speichergröße ist ebenso Peter ein Dorn im Auge:
„Ich benötige im Zeitalter von NAS oder Cloud sicherlich kein Terabyte mehr als Festplatte, aber mindestens 256 sollten es schon sein. 128 GB sind für mich ein absolutes No-Go.“

Dirk sieht bei der Wahl der Zielgruppe im Bildungssegment Rot und kritisiert teilweise die Hardware.
„Microsoft positioniert das Device für den Bildungssektor und zielt auf Schüler, die das Gerät im Unterricht und daheim nutzen sollen. […] um wirklich im Bildungssektor Fuß zu fassen, hätte Microsoft das optional zu erwerbende Type Cover sowie einen Surface Pen meiner Meinung nach einfach beilegen müssen. Weitere Schwachpunkte sind in meinen Augen das (noch) fehlende LTE-Modul sowie ein fehlender Standard USB-Anschluss. Ich kenne keine Schule, die grundsätzlich USB-C Adapter an Schüler im Unterricht ausgibt, damit Standard USB-Sticks mit Unterrichtsmaterialen auf das Gerät gezogen werden können.“

Den USB-Anschluss sieht auch Peter etwas negativ.
„Die USB-C 3.1-Schnittstelle ist für mich einfach zu wenig. Zumal ich dann wieder zusätzliches Equipment benötige. Da ich auch öfter unterwegs bin und in fremden Netzwerken arbeite, muss ich mich an dem orientieren, was um mich herum ist. Und da ist Connectivity momentan erst einmal das Wichtigste.“

Claus hingegen begrüßt die Entscheidung von Microsoft und sieht mit dem Surface Go eine neue Zielgruppe für Microsoft – eben den Bildungssektor.
„Da Microsoft im heimischen US-Markt von den Marktanteilen [Anmerkung: gemeint ist der Bildungssektor] her hinter Google liegt, ist es ein logischer Schritt, mit dem Surface Go endlich ein bezahlbares Surface für Schüler auf den Markt zu bringen. […] Dennoch sehe ich in einigen Länder, in denen Notebooks in Schulen bereits dazu gehören, Bedarf für ein schickes Surface als mobilen PC. Und genau da passt das Surface Go ganz gut. Wichtig ist die Kompatibilität mit herkömmlichen Desktop-Anwendungen, da man so mehr Auswahl hat als nur aus dem Store. Denn in Bildungseinrichtungen bestimmt der Administrator, welche Software zwingend auf den Endgeräten installiert sein muss.“

Seiner Meinung nach könnte das Surface Go nicht nur im schulischen Umfeld punkten, sondern auch als Familien-Gerät.
„Neben dem Einsatzgebiet in der Schule, ist das Surface Go auch interessant als Familien-PC. Hierbei ist der Microsoft Store ganz praktisch, da die Eltern so mehr Kontrolle darüber haben, welche Software auf dem Endgerät installiert wird, ob man In-App-Käufe zulässt etc. Es ist mittlerweile fast schon üblich, seine Kinder mit Technik vertraut zu machen. Wenn es die Eltern nicht machen, dann eben durch die Peergroups, also die Freunde. Ob man das jetzt gut findet oder nicht, es ist schlicht und ergreifend fakt. Sehe ich immer wieder, wenn ich meine alte Schule besuche.“

In Sachen Betriebssystem scheint das Surface Go jedoch nicht gut wegzukommen. Dirk zielt hier besonders auf den Tablet-Modus ab.
„Größter Knackpunkt am ganzen Konzept ist das Betriebssystem. Ich ziele damit nicht auf Windows 10 im S Modus, sondern auf Windows 10 allgemein, denn der Tablet-Modus ist nach wie vor „fingerunfreundlich“. Microsoft besaß ein mit den Fingern wunderbar zu bedienendes Betriebssystem, es nannte sich Windows 8/8.1. Wäre das Surface Go mit diesem für Fingerbedienung hervorragendem Bedienkomfort auf den Markt gekommen, so hätte es in der Tat den Bildungssektor aufrollen können.“

Auch Alex scheint nicht ganz zufrieden zu sein mit der Wahl Windows 10 Home zu nutzen – das hat aber einen ganz anderen Grund:
„Eigentlich finde ich, dass Microsoft mit diesem Gerät alles richtig gemacht hat, außer die Wahl auf Windows 10 Home fallen zu lassen. Natürlich braucht man die Pro Features nicht unbedingt, aber als IT-Admin bin ich gewohnt jede Schraube drehen zu können, wenn mir eben danach ist und das kann ich bei der Home Version eben nicht machen. Genau wie ich das Gerät nicht in meine Domain aufnehmen kann, weil es eben kein Windows 10 Pro hat. Schade, aber die Lizenz kann man sicherlich zu einem viel zu hohen Preis upgraden.“
(Anmerkung dazu: An Unternehmenskunden und Bildungseinrichtungen wird das Surface Go mit Windows 10 Pro verkauft).

In meinen Augen ist das Surface Go kein reines Tablet, daher kann ich mich damit anfreunden, dass der Tablet-Modus vielleicht nicht den von Dirk gewünschten Komfort besitzt. Der Punkt, dass „nur“ Windows 10 S bzw. mit Upgrade dann Windows 10 Home installiert ist, lässt sich aber schnell beheben und ist in meinen Augen kein großes Problem. Der Umstand spielt aber in den Preis hinein. Ein Upgrade auf Windows 10 Pro muss hier eingerechnet werden, sollte man darauf Wert legen.

Wo wird auch schon beim nächsten Punkt wären – der Preis. Mit 449 € in der kleinsten Ausstattung und 599 € für 128 GB Speicher und 8 GB RAM (zzgl. TypeCover und Stift) ruft Microsoft hier Premiumpreise auf. Das scheint auch das KO-Kriterium für Dirk zu sein:
Für 449 € gibt es viele Alternativen die eine bessere CPU mit mehr Speicher bieten ohne das benötigte Peripherie teuer dazu gekauft muss. So sehr ich Surface mag, das Gerät ist von meiner „must have“ Liste extrem weit entfernt.

Alex hingegen sieht das Gerät schon unter dem Weihnachtsbaum liegen:
Ich denke, dass Microsoft damit einen angemessenen Preis gewählt hat, und Angebote werden die 64 GB Version wahrscheinlich schnell unter 400 € drücken. Wenn dies der Fall sein wird, kann es durchaus passieren, dass ich schwach werde und das Surface Go unter meinem Weihnachtsbaum landet.

Auch ich spiele mit dem Gedanken, mir das Surface Go zuzulegen. Mein Surface Pro 3 schwächelt im Bezug auf den Akku und für unterwegs ist daher nicht mehr so wirklich gut gerüstet. Preislich wird sich hier sicherlich etwas tun, bereits vor Release gab es ja schon das ein oder andere Angebot unter der UVP.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Surface Go recht freudig erwartet wird. Im Team ist zwar nicht jeder überzeugt, dass das Gerät in das eigene Anwendungsszenario passt. Dennoch ist nicht zu bestreiten, dass gerade der Formfaktor hier positiv bewertet wird.
Beim Thema Preis scheiden sich die Geister, doch die Surface Reihe spielt, als Hausmarke von Microsoft, im Bereich der Premiumprodukte mit. Als Referenzgerät soll es zudem nicht die OEM Produkte kannibalisieren, sodass der Preis in meinen Augen gerechtfertigt ist.

Und jetzt zu Euch. Welchen Eindruck macht das Surface Go auf Euch? Ist es ein Gerät, das euch interessiert, oder sind die bereits angesprochenen Kritikpunkte ein KO-Kriterium für euch? Ich gebe die Frage in die Community und freue mich auf Euer Feedback: Surface Go or NoGo?

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