Vom Surface-Chef, seinen Babies, Fan-Fantasien – und meinen eigenen

Regelmäßige Leser wissen es: Um Alles, was mit halbgaren Geschichten rund um einen möglichen mobilen Neustart von Microsoft zu tun hat, mache ich einen großen Bogen. Ein einziges Mal habe ich mich zu einem etwas ausführlicheren Beitrag zu Projekt Andromeda hinreißen lassen, zu dem ich allerdings inhaltlich immer noch stehe – die Indizien sind ja in der Zwischenzeit eher noch deutlicher geworden. Trotzdem hatte ich das denkbar schlechteste Timing, das man hätte wählen können, darum habe ich dem Thema auch kurz darauf wieder abgeschworen.

Wenn nun aber der Surface-Chef höchstpersönlich scheinbar Öl ins Gerüchtefeuer gießt, dann kommt man nicht umhin, sich diese Geschichte näher anzuschauen. Vor allen Dingen dann, wenn das falsche Zitat aus dem Zusammenhang gerissen und in die Schlagzeilen gepackt wird.

In einem Interview mit TheVerge hat Panos Panay ein Surface im Hosentaschen-Format als „sein Baby“ bezeichnet. Das hat man natürlich gerne übernommen, um die Hoffnungen der Fans wieder neu zu befeuern, dass Project Andromeda tatsächlich kommt. Bei näherer Betrachtung hat Panos allerdings nur das bestätigt, was wir ohnehin schon wussten bzw. zu wissen glaubten: An dem Gerät wird ganz konkret gearbeitet, die Hardware ist sogar mehr oder weniger fertig, aber das System ist noch nicht so weit. Und der wichtigste Grund, warum Andromeda auf Eis liegt: Microsoft hat nicht die kleinste Idee, wie sie dieses Gerät vermarkten sollen, denn es gibt kein Szenario, in dem ein Hosentaschen-PC mit Windows 10 auch nur den geringsten Sinn ergibt.

Genau das hat Panos Panay in dem Interview mit TheVerge nämlich auch gesagt: „Wir können keine neuen Formfaktoren auf den Markt bringen, wenn kein Bedarf dafür vorhanden ist.“ Dass er selbst ein großer Fan kleiner Geräte ist, wissen wir. Er hat ja auch immer vom Surface Mini geschwärmt, aber er weiß selbst, dass es Humbug gewesen wäre, das Gerät auf den Markt zu bringen.

Wenn ich die Botschaft aus dem Interview deuten müsste, dann würde ich folgende Überschrift wählen: „Panos Panay hält Andromeda aktuell für unwahrscheinlich“. Klingt natürlich weit weniger schön und klickträchtig.

Glaubt man den Beobachtern, dann ist zumindest ein angedachtes Zubehör für Andromeda inzwischen fertig: Die neuen Surface-Kopfhörer sollen gemeinsam mit Andromeda entwickelt worden sein. Aber auch das ist wiederum so logisch, dass sich das jeder selbst zusammenreimen kann.

Nun bin ich ja auch nur ein Mensch – und ein Träumer, wenn es um Andromeda geht. Natürlich hoffe ich selbst auch, dass Panos Panay sein Baby eines Tages in den Händen halten und vor allen Dingen der Öffentlichkeit präsentieren kann. Darum verrate ich euch, was meine Träume in den letzten Tagen ein wenig beflügelt hat:

Auf dem Event am Dienstag hat Microsoft angekündigt, dass man den Bildschirm seines Android-Smartphones irgendwann demnächst auf den Windows 10 PC spiegeln und Apps fernsteuern kann. Dabei geht es in erster Linie um Produktivität – man soll sich besser auf die Arbeit am PC fokussieren können und seltener das Smartphone in die Hand nehmen müssen.

Mein zweiter Gedanke war allerdings: Warum muss das Smartphone, dessen Bildschirm da gespiegelt wird, denn unbedingt ein physikalisches sein? Könnte das nicht auch eine Remote-Session aus der Cloud sein? Oder eine virtuelle Maschine auf dem selben Gerät? Nur so ein Gedanke…(und nein, es ist wirklich nicht mehr).

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