Windows Mixed Reality: Bewegung in der Statistik, neue Oberfläche und neuer Tiefpreis

Zum Weihnachtsgeschäft 2017 hin hatte Microsoft versucht, einen Hype um Windows Mixed Reality zu entzünden. Mehrere Hersteller stellten ein Headset vor, das auf einem von Microsoft entwickelten Referenz-Design basierte, inklusive der zugehörigen Motion-Controller. Der erhoffte Ansturm aber blieb aus.

Ich bin selbst nach wie vor zwiegespalten. Einerseits finde ich die Technologie faszinierend und es macht mir jedes Mal Spaß, mein MT-Headset aufzusetzen (ich habe das Dell Visor) – andererseits aber tue ich genau das viel zu selten, es kostet mich immer wieder Überwindung. Und wenn das bei mir als Technik-Freak schon so ist, wie mag das dann erst bei den „Normalos“ sein?

Trotz der geringen Nachfrage wurde Mixed Reality in Windows 10 weiterentwickelt, mit dem Oktober Update kamen wieder neue Funktionen hinzu: So gibt es nun ein Feature mit dem Namen „Flashlight“, mit dem man den Durchblick in die reale Umgebung bekommt, ohne das Headset absetzen zu müssen. Außerdem wurde die Integration von Steam VR verbessert.

Letzteres könnte der Auslöser dafür sein, dass die Mixed Reality Headsets in der aktuellen Steam-Statistik mit 8,89 Prozent einen neuen Höchstwert erreichen (den Löwenanteil machen Oculus Rift und HTC Vive mit zusammen fast 90 Prozent aus). Die Zahlen basieren auf einer User-Umfrage, sind also nicht repräsentativ, bessere haben wir allerdings nicht. Die gestiegenen Werte sind also nicht unbedingt ein Indiz für höhere Verkaufszahlen, sondern könnten darauf hindeuten, dass die bessere Integration von Steam VR schlicht zu einer stärkeren Nutzung führt.

Stichwort Verkauf: Günstiger war es nie, mit Mixed Reality zu starten: Medion verkauft sein Headset X1000, das mit dem Lenovo Explorer baugleich ist, inzwischen für 199 Euro – wenn man nur ein klein wenig Interesse an dem Thema hat, kann man da wirklich nicht mehr viel falsch machen.

Neue Modelle wie das Acer Ojo 500 lassen dagegen noch auf sich warten. Es sollte ursprünglich im November erscheinen, wurde aber auf das Frühjahr 2019 verschoben. Ich wusste nicht so recht, ob das nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen im Hinblick auf den Status von Windows Mixed Reality ist, inzwischen zeigt sich aber, dass meine Sorge unbegründet war.

Mit der letzten Insider Build hat Microsoft nämlich diverse optische Neuerungen vorgenommen, die Ion Dixon entdeckt und aufbereitet hat: Es gibt ein neues Startmenü, die Interaktionen zum Beispiel beim „Anfassen“ und Verschieben von Fenstern wurden überarbeitet, außerdem zeigt das Mixed Reality Portal nun empfohlene Spiele (auch aus Steam VR) an.

Es werden sicher nicht die letzten Neuerungen hinsichtlich Windows Mixed Reality im kommenden Windows 10 Update sein, das ja mutmaßlich auch die Basis für die neue HoloLens-Generation bilden wird. Insofern bleibe ich optimistisch, dass die neue Hardware bewusst zurückgehalten wird, um zusammen mit der Ankündigung neuer Funktionen wieder frischen Wind in das Thema zu bringen.

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